Sascha Patrick Geisler

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Foto: Mathias Janke

Ich liebe Essen. In seiner Gesamtheit. Von ausgefallener Nouvelle Cuisine bis zu einem bodenständigen Mac & Cheese. Von Italienisch über Amerikanisch bis Koreanisch. Von frisch und gesund bis fettig und lebenszeitverkürzend.

Nun lebe ich leider in Deutschland. Und das macht es mir etwas schwierig. Nicht nur, dass die Nachkriegszeit bis heute ihre kulturellen Spuren hinterlassen hat, und Sparsamkeit den Deutschen beim Essen wichtiger als Genuss zu sein scheint. Auch die allgemeine Ablehnung von Schärfe, intensiven Gewürzen und ausgefallenen Zutaten macht es jedem Foodie hier schwer, seine Lust ausreichend zu befriedigen. Und meine Heimatstadt Hannover scheint das Musterbeispiel dieser deutschen Kultur zu sein. Eine gastronomische Wüste. Pure Verzweiflung.

Mein kulinarischer Lichtblick sind jedoch die Arbeitswochen. Diese verbringe ich nämlich in Berlin, wo meine Firma torius ihren Sitz hat. Und in der Hauptstadt scheint alles ein wenig anders zu funktionieren, als im Rest der Republik. Hier gibt es eine florierende Szene aus internationaler, experimenteller oder einfach hochanspruchsvoller Küche, die jeden Tag ein neues geschmackliches Erlebnis offenbart. Die besten Burger, die ich je hatte; jüdische Delis mit Lox Bagels und Reuben Sandwiches so gut wie in New York City; echtes US-Südstaaten-BBQ; koreanische, thailändische, japanische, russische, polnische, äthiopische und diverse chinesische Küchen – die Liste ist unendlich.

Daraus ziehe ich ich meine Inspiration. Denn einen Vorteil hat die große Hannover-Wüste: Ich finde Zeit zum Kochen. Dabei suche ich jedoch nicht nach dem neusten Trend. Vielmehr experimentiere ich so lange, bis ich das perfekte Rezept für einen Klassiker gefunden habe. Und manchmal möchte ich auch einfach nur mit Gerichten und Drinks aufräumen, die man vielerorts in vollkommen absurden Varianten vorgesetzt bekommt und die mit dem Original absolut nichts zu tun haben.

Eine Sache ist mir dabei ganz besonders wichtig: Ist eine Zutat gut, mach im Zweifel die Doppelte Menge davon in das Gericht! Wie mein Lieblingsrestaurant sagt: »Fat means Flava!« Es gibt nichts schlimmeres als Tiramisu mit Magerquark, Burger mit magerem Rindfleisch oder Lightkäse auf einer Lasagne. (Ja, das habe ich alles schon erlebt!) Ich esse jeden Tag Salat zum Mittag und mache vier mal die Woche Sport. Wenn ich dann am Wochenende so richtig koche, will ich auch bei jedem Bissen merken, warum ich den ganzen Quatsch mache. Fett & Kohlehydrate!

Übrigens bin ich ein recht fauler Koch. Das bedeutet, dass meine Rezepte nie auf einem irrsinnig hohen Schwierigkeitsgrad stattfinden. Auch ungeübte Hobbyköche sollten mit meinen Rezepten zu einem Ergebnis kommen. Und falls doch nicht: Sucht euch einfach ein anderes Hobby. Sticken soll auch ganz nett sein.

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