Das Sour-Cream-Dilemma

Wer nach amerikanischen Rezepten kocht, findet oft Sour Cream unter den Zutaten. Dass damit vor allem bei Süßspeisen nicht das Produkt mit Gewürzen und Kräutern gemeint sein kann, das unter diesem Namen in Deutschland verkauft wird, erscheint logisch. Aber wieso wird hierzulande offensichtlich etwas vollkommen anderes darunter verstanden als in den USA? Und was ist Sour Cream dann wirklich?

An dieser Verwirrung ist sicherlich McDonald’s schuld, die als erste den Begriff in Deutschland bekannt gemacht und damit auf ewig verbrannt haben. Genauso wie bei Potato Wedges, aus denen durch McDonald’s fragwürdiger Namensgebung landläufig Country Potatos wurden.

Sour Cream als Dip ist in den USA grundsätzlich erstmal nicht ungewöhnlich. Nun kommt McDonald’s aber bekanntermaßen nicht aus, ohne alles bis zur Unkenntlichkeit mit Geschmack vollzupumpen. So war das Produkt in dessen deutschen Sortiment schon immer ein Dip mit Gewürzen und Kräutern. Und als eben dieser Dip hat sich Sour Cream bei uns ins Bewusstsein gedrängt und auch seinen Weg in deutsche Supermärkte gefunden. Die Zutat, nach der in amerikanischen Rezepten gefragt wird, findet man jedoch bei uns offensichtlich nicht.

Also was ist Sour Cream im ursprünglichen Sinne?

Kauft man das Produkt in einem amerikanischen Supermarkt, erhält man ein cremig-festes Milchprodukt mit 18 bis 20 Prozent Fettgehalt. Die Deutsche Milcherzeugnisverordnung (MilchErzV) kennt dieses Produkt nicht. Möchte man also wissen, was diesem in Deutschland entspricht, hilft erstmal eine wörtliche Übersetzung: Sour Cream = Saure Sahne. Das ist jedoch nur der Startpunkt zur Lösung des Problems. Saure Sahne hat in Deutschland nämlich nur 10 % Fettgehalt.

Die Lösung ist Schmand! Die MilchErzV kennt Schmand zwar ebenfalls nicht – einfach betrachtet ist das jedoch Saure Sahne mit einem höherem Fettgehalt – meistens 24 %. Möchte man in Deutschland also Sour Cream verwenden, die im Fettgehalt der amerikanischen Variante entspricht, muss man einfach beides auf den richtigen Fettgehalt mischen. Gehen wir von 10 % bei Saurer Sahne und von 24 % bei Schmand aus, ist die Formel ganz einfach:

Sour Cream =
1 Teil Saure Sahne
+ 2 Teile Schmand

Das klingt erschreckend einfach, ist aber schon die Lösung dieses Dilemmas.

Wenn ihr also das nächste Mal Sour Cream braucht – zum Beispiel für einen einen unwiderstehlichen New York Cheesecake – wisst ihr jetzt, wonach ihr im Supermarkt greifen müsst.

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