Rezept: Tiramisu

Es gibt so Speisen, nach deren Rezept wird man zig mal am Abend gefragt, wenn man sie zu einer Party mitbringt. Mein Tiramisu ist so eine. Jedoch liegt das sicher nicht daran, dass ich das besser könnte als eine italienische Mama, die schon 40 Jahre Übung damit hat. Es liegt wohl eher an dem klassischen Rezept, das ich verwende – voller Fett und Kohlenhydrate, die ein Tiramisu so lecker machen.

Und was glaubt ihr, was ich schon für schlimme Abwandlungen auf Partys probiert habe: »Ich habe das Tiramisu mit Magerquark gemacht. Dann haut das nicht so rein!« oder »Wir trinken nicht so gerne Kaffee, deswegen haben wir den Espresso weggelassen.« Wenn euch ein Detail an Tiramisu stört, dann macht einfach keins! Seid lieber die unliebsamen Gäste, die einen gesunden Gemüseteller oder staubtrockene vegane Buletten mitbringen. Das wäre wenigstens ehrlich.

Mein Tiramisu-Rezept hat sich über die vielen Jahre, in denen ich das schon mache, nie bemerkenswert verändert. Lediglich beim Alkohol habe ich immer mal wieder experimentiert. Zum Beispiel habe ich das Tiramisu am Anfang nur mit Marsala gemacht, fand den Geschmack aber irgendwann zu stark. Nur mit Amaretto – wie es viele Rezepte vorschlagen – fand ich es jedoch zu quietschig süß. Auch mit Frangelico habe ich experimentiert. Inzwischen verwende ich eine Eins-zu-eins-Mischung aus Amaretto und Marsala. Diese hat den kräftigen Geschmack von Marsala und die angenehm runde Süße von Amaretto.

Früher habe ich auch oft etwas Marsala und Amaretto zur Creme gegeben. Je nach Tagesform habe ich damit jedoch die Creme zu flüssig gemacht, weswegen ich irgendwann nur noch die Löffelbiscuits damit getränkt habe.

Dies Rezept ist also das Ergebnis aus vielen Jahren Tiramisu-Erfahrung – also vielleicht doch ein kleines Bisschen so, als wenn ihr es von der eingangs erwähnten italienischen Mama lernen würdet.

Zutaten

  • 60 ml (2 Shots) Espresso
  • 60 ml Marsala
  • 60 ml Amaretto
  • 2 große Eier
  • 1 Esslöffel Zucker
  • 250 g Mascarpone
  • Circa 25 Löffelbiscuits
  • Kakao

Mischung zum Eintauchen der Löffelbiscuits

Als erstes beginnt ihr mit der Mischung, in die ihr die Löffelbiscuits taucht. Diese Reihenfolge ist hilfreich, wenn ihr frischen Espresso verwendet. So kann dieser auskühlen, während ihr die Creme zubereitet.

  1. Mischt den Espresso, den Marsala und den Amaretto in einer flachen Schüssel oder einem flachen Teller. Ihr müsst darin die Löffelbiscuits komplett eintauchen können.

Die Creme

  1. Trennt die Eier – das Eigelb in eine Rührschüssel; das Eiweiß in ein Gefäß, in dem ihr es gut steif schlagen könnt.
    Wichtig: Es darf kein Eigelb in das Eiweiß gelangen – sonst wird es beim Schlagen nicht steif.
  2. Gebt einen halben Esslöffel Zucker zum Eigelb.
  3. Schlagt die Mischung circa zwei Minuten, bis sie weißlich wird.
  4. Gebt die Mascarpone hinzu und rührt die Mischung, bis ihr eine homogene Masse habt.
  5. Gebt einen halben Esslöffel Zucker zum Eiweiß.
  6. Schlagt das Eiweiß steif.
  7. Hebt das Eiweiß vorsichtig unter die Eigelb-Mascarpone-Mischung.

Aufschichten

Stellt nun eine rechteckige Schale, die Löffelbiscuits und die Espresso-Alkohol-Mischung vor euch hin. Meine Schale ist 27 × 18 cm groß und hat 6 cm Höhe. Das ist für die oben angegebene Menge recht optimal – einen Deut kleiner könnte sie jedoch sein. Auf jeden Fall sollte die Schale rechteckig sein, weil ihr es dann leichter habt, aus den Löffelbiscuits eine geschlossene Schicht zu formen.

  1. Nehmt einen Löffelbiscuit und taucht ihn nur ganz kurz von jeder Seite in die Flüssigkeit. Lasst ihn kurz abtropfen und legt ihn mit der Zuckerschicht nach oben an eine Kante eurer Schale.
    Durch das kurze Eintauchen und Abtropfen sorgt ihr dafür, dass euer Tiramisu nicht durchweicht und sich Flüssigkeit am Boden der Schale sammelt.
  2. Wiederholt das mit den anderen Löffelbiscuits, bis ihr eine geschlossene Schicht habt. Falls ihr dafür Löffelbiscuits durchbrechen müsst, macht das.
  3. Auf dieser Schicht verteilt ihr etwas mehr als die Hälfte der Creme. Streicht die Oberfläche glatt.
    Da ihr bei der ersten Schicht mehr Zwischenraum zwischen den Löffelbiscuits habt, als bei der 2. Schicht, wo die Löffelbuscuits bereits auf der Creme liegen, bekommt ihr so einen gleichmäßigen Querschnitt.
  4. Legt auf die Creme eine zweite geschlossene Schicht Löffelbuscuits. Auch hier wie vorher nur kurz von jeder Seite in die Flüssigkeit eintauchen und abtropfen lassen.
  5. Auf dieser Schicht verteilt ihr den Rest der Creme und streicht sie glatt.

Durchziehen lassen und mit Kakao bestreuen

Ihr könnt das Tiramisu entweder vor dem Durchziehen oder beim Anrichten mit Kakao bestreuen. Nehmt ihr das Tiramisu mit zu einer Party, solltet ihr es lieber vor dem Durchziehen bestäuben. Dadurch wird der Kakao feucht und ergibt eine geschlossene Schicht, die auf einem Buffet praktischer ist als staubiger Kakao. Als Nachtisch am gedeckten Tisch solltet ihr es erst beim Anrichten bestäuben. Dann könnt ihr mit dem Kakao einen schicken Effekt erzielen, wenn ihr den Teller in der gleichen Bewegung mit bestäubt und ein paar frische, aufgeschnittene Früchte daneben legt.

  1. Das Tiramisu muss nun 12 bis 24 Stunden im Kühlschrank durchziehen.
  2. Bestäubt das Tiramisu davor oder danach mit Kakao. Benutzt entweder einen Kakaostreuer oder streicht den Kakao durch ein feines Sieb. Die Oberfläche sollte vor allem beim Davor-Bestreuen die Creme komplett bedecken – ohne helle Flecken.

Das Rezept lässt sich wunderbar nach oben skalieren: doppelte Menge, dreifache Menge. Schaut einfach, was gut in eure Schale passt. Super ist übrigens auch, wenn ihr das Tiramisu gleich in kleinen, portionsgroßen Glasschalen aufschichtet. Das spart den etwas kniffligen Teil des Aus-der-Schale-Hebens, bei dem das Tiramisu leicht zerfallen kann – vor allem, wenn man so ungeschickt ist wie ich.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Macht immer mehr Tiramisu als benötigt. Erfahrungsgemäß wollen alle eine zweite Portion.

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